Die Lehre an der Medizinischen Fakultät Basel

Didaktisches Konzept der Lehre an der Medizinischen Fakultät Basel

Die Lehre der Medizin ist im Sinne von Pestalozzi in idealer Weise geeignet, die drei Lernebenen „Kopf“, „Herz“ und „Hand“ anzusprechen. Medizinische Kompetenz integriert die Wissenschaft, die sozial-kommunikative Dimension und die praktische Fertigkeit zur ärztlichen Kunst.

Als Zielsetzung in der Basler Ausbildung wurde daher definiert, Exzellenz in Wissen (kognitive Ebene), Fertigkeiten (psychomotorische Ebene) und Haltungen (affektive Ebene) durch integrierte Themenblöcke und Kompetenztrainings zu erreichen. Als weitere Ziele in der Lehre wurden folgende Punkte benannt:

  • die Einbeziehung der Hausarztmedizin in das Curriculum
  • die Förderung wissenschaftlich interessierter Studierender
  • die Förderung von „life long learning“ durch Implementierung geeigneter Lehrformen
  • eine Intensivierung des Praxisbezuges

Aus dieser Zielsetzung  wurde eine klare didaktische Konzeption abgeleitet:

  • die Vermittlung kognitiver Inhalte findet vornehmlich in Vorlesungen, in Modulen und Seminaren und mit Hilfe von blended learning statt
  • die Vermittlung affektiver Inhalte findet vornehmlich in Kursen und Modulen, im Arzt-Patienten Unterricht, im Lernen am Projekt und im Einzeltutoriat statt
  • die Vermittlung psychomotorischer Inhalte findet vornehmlich im Arzt-Patienten Unterricht, in Kursen, im Einzeltutoriat, in Praktika, im skills lab und mit Hilfe von blended learning statt
  • die integrative didaktische Komponente im Curriculum stellt im Bachelorabschnitt das problemorientierte Tutoriat und im Masterabschnitt die klinische Fallpräsentation dar

Eine Erläuterung der einzelnen didaktischen Methoden finden Sie hier

Sowohl das Evaluationskonzept als auch das Prüfungskonzept wurde auf diese Zieldefinition abgestimmt.

Grundstruktur für das Basler Curriculum ist der organbezogene Themenblock, in dem mittels Methodenmix die drei Ebenen kognitiv, affektiv und psychomotorisch Berücksichtigung finden. Je nach Thema und Studienabschnitt wurden die Schwerpunkte jedoch unterschiedlich gelegt. Als Garant für die vertikale Vernetzung wurden die Themenblockleiter des Bachelorabschnittes zur Co-Leitung im Masterabschnitt deklariert und umgekehrt.

Damit kein Ausbildungsziel durch fachgeleitete Interessen verloren geht, wurden zwei Strategien entworfen. Zunächst wurde bei der Gestaltung der Stundenpläne der Themenblöcke für die verschiedenen curricularen Einheiten im Wochenplan Zeitfenster reserviert. Und für die vertikale Integration wurden Curriculare Bögen entworfen, die die Darstellung der Präsenz der Ausbildungsinhalte über alle sechs Studienjahre im Curriculum ermöglichen.

Mit der Reform nach den Richtlinien von Bologna wurde das Curriculum von der didaktischen Konzeption nicht verändert. Lediglich die Reihung der Themenblöcke wurde umgestellt und die Wissenstiefe gemäss der Lehr-/Lernspirale für die beiden Abschnitte Bachelor und Master neu definiert.

Hinzugekommen ist der Wahlpflichtteil, in der Bolognadeklaration als der deklarierte Wille, den Interessen und Neigungen der Studierenden mehr Raum zu bieten.

Mit unserem Projektangebot im Rahmen des Mantelstudiums (1.BA SJ, 2.BA SJ, 3.BA SJ) bieten wir ab dem ersten Studienjahr diese Möglichkeit.