Basiskompetenzen

Die Basiskompetenzen (BK) umfassen vier Bereiche:

- Manuelle, diagnostische und therapeutische Fertigkeiten (Stoffkatalog BK MDT)
- Soziale und kommunikative Kompetenz (Stoffkatalog BK SOKO)
- Wissenschaftliche Kompetenz (Stoffkatalog BK WIKO)
- Ethik und Humanities (Stoffkatalog BK Ethik und Humanities)

 ECTS 5

Soziale Kompetenz

Medizin ist der Umgang von Menschen mit Menschen (von Uexküll). Soziale Kompetenzen sind die Voraussetzung dafür, dass Wissen und Fertigkeiten den späteren Patientinnen und Patienten zugute kommen: Alle medizinische Fachkenntnis und die modernste Technik nützen nichts, wenn auf der zwischenmenschlichen Ebene keine gute Arzt-Patienten-Beziehung aufgebaut wird. Deshalb reicht es nicht, wenn das Medizinstudium nur Wissen und technische Fertigkeiten vermittelt. Im Basler Humanmedizin-Studium wurde mit der Einführung der Bologna-Reform ein studienjahrsübergreifendes (longitudinales) Curriculum in sozialen und kommunikativen Kompetenzen eingeführt (ZMA-Artikel). Dabei wird in jedem Studienjahr, angepasst an den Alltag der Studierenden und ihr zunehmendes Wissen, sozialkompetentes Verhalten vermittelt. Unter sozialen Kompetenzen verstehen wir insbesondere die Fähigkeit zur Wahrnehmung des Gegenübers und seiner Bedürfnisse, ausgeprägtes Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit zur Selbstreflexion.

Kommunikative Kompetenz

Schlechte Kommunikation führt zu schlechtem Patienten-Outcome, unwirtschaftlichem Umgang mit den Ressourcen des Gesundheitssystems, zu Verlust an Lebensqualität für die Menschen, die im Gesundheitswesen tätig sind (Burnout), und zu Reibungsverlusten in Institutionen. Die Reflexion der eigenen professionellen Haltung gegenüber Patienten, gegenüber Kolleginnen und Kollegen, gegenüber anderen Berufsgruppen und im Kontext der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung hilft dabei, sich zu einer Persönlichkeit zu entwickeln, die mit den Chancen und Anforderungen des Arztberufes erfolgreich und mit Freude umgeht. Nach der theoretischen Einführung in die Grundlagen der Arzt-Patienten-Kommunikation wird im Basler Medizinstudium der praktischen Anwendung der Techniken hoher Stellenwert beigemessen: Beispielsweise führt im 2.BA-Studienjahr jede/r Studierende ein Arzt-Patienten-Gespräch durch, das auf Video aufgenommen, dann in der Kleingruppe analysiert und später mit einem erfahrenen Supervisor besprochen wird.

"Warten Sie nicht darauf, dass der Arzt errät, was Sie haben" - Interview mit Prof. Dr. med. W. Langewitz, Leiter BK SOKO, in der Berner Zeitung vom 9.2.2015

Im 2.BA-Studienjahr finden folgende Lehrveranstaltungen hierzu statt:

 

Name der LV 

LV Typ 

Untersuchungskurs

Kurs

BLS-AED

Kurs

Lernunterlagen und Angebot im Rahmen der Wissenschaftlichen Kompetenz im 2.BA-Studienjahr siehe OLAT.


Im 2.BA-Studienjahr Frühjahrsemester beinhaltet die Wissenschaftliche Kompetenz u.a. drei Seminare (klinische Epidemiologie, Public Health und biomedizinische Forschung) und eine umfangreiche Einführung in die Biostatistik mit Vorlesungen, Online-Übungen und Repetitorien. Bis zum Wissenschaftsmonat im 2.MA-Studienjahr gibt es dann kein vorgegebenes Angebot in Wissenschaftlicher Kompetenz mehr, sondern flexible Angebote, den sog. WIKO.flex-Bereich (Details s. 3.BA-Studienjahr). WIKO.flex ist besonders für das 3.BA-Studienjahr bis 2.MA-Studienjahr konzipiert, Sie können aber auch früher damit beginnen.

Reflexion der eigenen Haltung, die Neugierde für das Unbekannte im Patienten und die Fähigkeit, mit Mehrdeutigkeiten umzugehen: Diese Kompetenzen sind im Arztberuf vielfach ebenso wichtig wie medizinische evidenz-basierte Fachkenntnis. Vor allem im angelsächsischen Raum haben daher Medical Humanities (Kunst- und Geisteswissenschaften für Mediziner) in der Ausbildung von Medizinern einen festen Platz.

Im Basler Medizinstudium sind Veranstaltungen in Medical Humanities bereits seit 1998 ins Curriculum integriert. Das Lehrveranstaltungsangebot zielt auf die Förderung der narrativen Kompetenz ab und beinhaltet sowohl obligatorisch verankerte als auch frei wählbare Angebote. Im Bachelorstudium werden in den beiden Veranstaltungsreihen "Film und Medizin" und "Literatur und Medizin" anhand ausgewählter aktueller Filme und literarischer Werke die verschiedenen Blickwinkel auf Krankheit und Leiden mit Vertretern der Kunst, der Medizin und der Film- und Literaturwissenschaft diskutiert. Im Master reflektieren die Studierenden schriftlich über eine Patientenbegegnung, die sie im Einzeltutoriat erleben ("Reflective Writing").