Referent/innen: Dr. Christiane Spiess und Dr. Michael Wilde

Dieses Modul ist die Grundlage für das Verständnis der Anforderungen an Dozierende der Medizinischen Fakultät in Basel. Auf der Basis der 12 Rollenvorgaben von R. Harden und der Definition der Anforderungen an die Absolventen einer Medizinischen Fakultät werden alle Dimensionen unseres Medizincurriculums besprochen. In diesem Modul wird der Überblick gegeben, wie die Planung unseres Curriculums anhand der definierten Lernziele mit welchen Methoden umgesetzt wurde, welche Prüfungen zur Kompetenzüberprüfung eingeführt wurden, wie die Qualität des Studiums insgesamt evaluiert wird und was wir tun müssen, um die Akkreditierung, also eine internationale Anerkennung unseres Studienganges zu erlangen. Dabei steht Ihre Rolle als Medizindozierende an unserer Fakultät immer im Fokus. Wir arbeiten interaktiv, deshalb ist eine vorbereitende Lektüre (4h) erforderlich, um mit einem hohen Einstiegsniveau das umfangreiche Pensum dieses Kurses zu ermöglichen. In einer Nachbearbeitung (2h) sollen Lösungen für konkrete medizindidaktische Fragestellungen erarbeitet werden. 

Kurs: Tutorials of Scientific and Clinical Reasoning (TSCR) Tutorentraining
Referent/innen: Prof. Dr. Dieter Kunz und Dr. Christiane Spiess

Dieser Kurs vermittelt Ihnen die Kompetenz, einen TSCR-Kleingruppenunterricht durchzuführen. Diese didaktische Methode wurde an der Medizinischen Fakultät in Basel entwickelt und legt den Fokus darauf, den Studierenden beizubringen, wie ein/e WissenschaftlerIn und ein/e KlinikerIn denken. Dabei sollen die Denkprozesse im wissenschaftlichen und ärztlichen Alltag für die Studierenden nachvollziehbar werden, indem sie Probleme identifizieren, Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden lernen, Lösungsansätze finden, den wahrscheinlichsten Lösungsansatz überprüfen und Wissenslücken erkennen und beseitigen. Im TSCR ist das Rollenmodell der Forscherin und Ärztin/des Forschers und Arztes zentrales Moment für die Vermittlung der dafür erforderlichen "Reasoning"-Kompetenz. Im Kurs wird durch Feedback-Training und praktische Übungen Ihre Leitungskompetenz gefördert. Integraler Bestandteil dieses Kurses ist die Teilnahme als Themenblock- oder Pooltutor/in am Studierendenunterricht (1.-3. BA-SJ; mind. 2 TSCR). Als Themenblocktutor/in leiten Sie Tutoriate Ihres Fachgebiets. Als Pooltutor/in in diesen Studienjahren begleiten Sie eine Gruppe Studierender für die Dauer eines Semesters in 3-5 Tutoriaten zu Themen aus allen medizinischen Bereichen. Umfangreiche Tutorenmanuale vermitteln das notwendige Fachwissen, um ein solches Tutorial kompetent zu begleiten. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Frau Spiess (christiane.spiess(at)unibas(dot)ch).

Kurs: Bedside-Teaching
Referentinnen: Dr. med. Mareike Cordes und Dr. Christiane Spiess

Eine der grossen Errungenschaften im Basler Curriculum ist der Arzt-Patienten-Unterricht. Obwohl im internationalen Feld das Verschwinden dieser Unterrichtsmethode beklagt wird, konnte es in Basel fest im Curriculum implementiert werden. In diesem Kurs vermitteln wir Ihnen die erforderlichen Kompetenzen, die Sie brauchen, um ein gutes Rollenmodell für die angehenden Ärztinnen und Ärzte zu sein. Der Umgang mit Patientinnen und Patienten, mit dem interdisziplinären Team, mit den Studierenden selbst soll so vorgelebt werden, dass sie quasi durch "Abschauen" der Aktionen eines "Professional Medical Experts" diese Kompetenzen erwerben. Das Demonstrieren der erworbenen Fertigkeiten soll den Studierenden Sicherheit geben, und Ihr Feedback soll sie vertieft lernen lassen. All das erfordert von Ihnen auch eine Bewusstwerdung davon, was für eine Rolle Sie da konkret vorleben. Hierfür haben wir dieses intensive Training konzipiert: Im Rollenspiel wechseln Sie die Perspektive von Ärztin/Arzt zu Studentin/Student zu Patientin/Patienten und geben sich hierbei jeweils Feedback. Angedacht ist Ihr Einsatz im AP-Unterricht nach dem Besuch der Kurseinheit.

Kurs: Vorlesungen
Referentinnen: Dr. Christiane Spiess und Dr. med. Jördis Tielsch

Wissen zu vermitteln ist eine hohe Kunst, die viele Kompetenzen in sich vereint: Den Kenntnisstand der Zielgruppe einbeziehen, die Vernetzung der eigenen Informationseinheit mit dem Vorangegangenen und Folgenden, dem Zeitmanagement, die "Personality Show", die eingesetzte Technik, Sprache, Mimik und Gestik, um nur einige zu nennen. In dieser Kurseinheit wollen wir das alles mit Ihnen unter die Lupe nehmen. Zur Vorbereitung (4h) werden Sie gebeten, eine 15-minütige Kurzvorlesung aus einem Fachgebiet Ihrer Wahl unter zu Hilfenahme verschiedener Unterrichtsmedien vorzubereiten. Mit Video und Teilnehmerbeobachtung anhand eines Vorlesungs-Evaluationstools durchleuchten wir Ihre Performance und helfen Ihnen, Ihr Potential auszuschöpfen. Als Nachbereitung (2h) sind Sie aufgefordert, sich im Rahmen eines Peer-Reviews gegenseitig in einem von Ihnen geleiteten Unterricht zu besuchen oder sich entsprechendes Feedback zur Trainingseinheit zu geben. Auf Grund der intensiven Arbeit ist die Teilnehmerzahl auf 8 beschränkt.

Kurs: Angeleitetes Üben Tutorenschulung - nur für studentische Tutorinnen und Tutoren
Referenten: Lukas Schmidt, M Med, und N.N.

Die Vermittlung oftmals hochkomplexer manuellen Fertigkeiten, wie sie in der Medizin anzutreffen sind, stellt Sie im heutigen Umfeld vor Herausforderungen. Wie Sie mit verschiedenen Elementen gute praktische Lehrsituationen gestalten können, lernen Sie in diesem Kurs. Sie werden die 4-Schritte Methode des Chirurgen JWR Peyton für die Anleitung von praktischen Fertigkeiten erleben, damit Sie Ihrerseits die Vermittlung dann aus dieser Erfahrung heraus gestalten können. Ausserdem wird Ihnen des Lehrformat „Angeleitetes Üben“ näher gebracht, damit Sie optimal auf den Unterricht vorbereitet sind. Integraler Bestandteil des Kurses ist Ihr Einsatz als Tutor/in des Angeleiteten Übens (mind. 15 Std., Lektionsdauer 60 Min.).

Kurs: MC-Prüfungen
Referenten: Volker Exner, lic. phil. et dipl. theol. und Prof. Dr. med. Frank Zimmermann

Auf der Basis der von Ihnen vorbereiteten Multiple-Choice-Prüfungsfragen werden im Kurs die Qualitätsmerkmale einer guten MC-Frage erarbeitet. Einen Monat vor dem Kurs erhalten Sie schriftlich einen Vorbereitungsauftrag im Umfang von ca. 4 Std. Sie werden gebeten, 3 Fallvignetten und die dazu gehörigen MC-Fragen vom Typ A-Positiv zu formulieren. Diese Fragen sollten sich auf den von Ihnen gehaltenen Unterricht beziehen. Wenn Sie keinen Unterricht geben, werden wir Ihnen eine relevante Unterrichtseinheit nennen und Ihnen die erforderlichen Materialien zur Verfügung stellen. Es ist durchaus gedacht, dass diese Fragen dann in den Prüfungen der Medizinstudierenden Verwendung finden.

Kurs: Workshop OSCE-Posten-Erstellung
Referentinnen: Dr. med. Jördis Tielsch, Dr. Myriam Dellenbach und Dr. Christiane Spiess

Zur Prüfung der praktischen Fertigkeiten werden in Basel OSCEs (objective structured clinical examinations) durchgeführt. Die Kandidaten durchlaufen einen Parcours von 8-12 Stationen, in denen alle Fachbereiche geprüft werden. In diesem ganztägigen Workshop können Sie erfahren, wie Sie praktische Fertigkeiten mit Hilfe von Simulationen oder anhand von Modellen prüfen können und wie ein solcher Posten erstellt wird.
Ein OSCE-Posten muss Kongruenz zwischen Gelehrtem und Geprüftem spiegeln. Hierfür benötigen Sie Kenntnis des Curriculums und des Ausbildungsstandes der Prüflinge. Sie sind gebeten, vor dem Workshop sich mit den Lehrinhalten Ihres Fachbereiches vertraut zu machen und während Ihres Klinikalltag dazu passende Ideen für Prüfungsposten zu sammeln. Im Workshop selbst werden Sie diese Ideen im interdisziplinären Teamwork zu Postenskripten ausarbeiten. Danach werden Ihre Fälle im Rollenspiel mit Simulationspatienten und den Kolleginnen/Kollegen auf die Prüfungstauglichkeit durchleuchtet. Nach dem Kurs wird die endgültige Fassung zusammen mit Ihnen als Autor/in in einem Reviewprozess und einer Prüfungssimulation zur Einsatzfähigkeit gebracht.

Kurs: Masterarbeitsbetreuung
Referent/innen: Dr. Michael Wilde, Dr. Christiane Spiess und PD Dr. Annegret Mündermann

In diesem Kurs können Sie die Rahmenbedingungen kennenlernen oder auffrischen, die an der Medizinischen Fakultät Basel insbesondere für humanmedizinische Masterarbeiten gelten: Wer ist zur Leitung und Betreuung berechtigt? Welche Arten von Masterarbeiten sind möglich? Wie rekrutieren Sie Masterstudierende? Was ist der Zeitplan der Masterarbeit im Studienverlauf? Welche Ressourcen gibt es, auf die Sie Ihre Studierenden verweisen können, um benötigte Kompetenzen zu erwerben (WIKO.flex, statistische Beratung etc.)? 

Wir stellen die 4 Kompetenzbereiche, die gemäss Masterarbeits-Wegleitung allgemein mit der Masterarbeit vermittelt werden sollen, ins Zentrum: Eingehen auf …

·         ethische Aspekte
·         Studiendesign, Literaturrecherche und Datengewinnung
·         analytisches Arbeiten und Interpretation von Forschungsergebnissen
·         Präsentationsgestaltung

Modellhaft erarbeiten wir Pläne zur Umsetzung dieser Ziele in den individuellen Betreuungs-Settings der Teilnehmer/innen.
Wir gehen auch auf die ambivalente Rolle als Masterarbeitsbetreuer/in zwischen Teaching und Assessment und die Schwierigkeit unterschiedlicher Erwartungen auf beiden Seiten (Betreuende – Studierende) ein.
Zudem erhalten Sie konkrete Tipps und Erfahrungen zum akademischen Schreiben, die Sie Ihren Studierenden mitgeben können.

 

Kurs: Curriculares Design
Referentinnen: Dr. med. Silke Biller, MME, und Dr. Christiane Spiess

Auch wenn das Basler Curriculum "fertig" erscheint, gibt es immer Optimierungsmöglichkeiten. In diesem Modul möchten wir eine neue curriculare Einheit entwickeln, bzw. eine bestehende Unterrichtseinheit überarbeiten, die dann auch im Medizinstudium implementiert werden soll.
Dieses Modul besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Kursteilen. Im ersten Teil werden die notwendigen Überlegungen zur übergeordneten Zielsetzung und dem daran anschliessenden Projektmanagement angestellt. Dazu gehören Bedarfs-, Zielgruppen- und Ressourcenanalyse, Lernzieldefinition, didaktische Methodologie, Unterrichtsmaterialien, Prüfungsformat und Qualitätssicherung.
Im zweiten Teil werden die Überlegungen konkret ausgearbeitet und zu einem Unterrichtskonzept zusammengefasst. Auf dieser Basis entwickeln wir dann eine Implementierungsstrategie die wir im folgenden Studienjahr als Pilot umsetzen.

Die Curriculumsplanung bedarf eines erhöhten Commitments. Die Arbeit ist mit Kursende nicht getan, Implementierung und Qualitätsprüfung erstrecken sich über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren. Von daher ist es erwünscht, dass die Kursteilnehmer/innen sich nach Möglichkeit auch als aktive Dozierende in dieser curricularen Einheit einbringen. Ohne viel verraten zu wollen, können wir aber sagen, dass in dieser neuen Unterrichtseinheit für Kliniker/innen die Möglichkeit besteht, ihrer Lehrverpflichtung nachzukommen.

Kurse: Mentor
Referent/innen: Prof. Dr. med. Wolf Langewitz und Prof. Dr. med. Sabina Hunziker 

Kurs 1: Informationen vermitteln

Die Vermittlung von Informationen ist eine zentrale, aber häufig vernachlässigte Aufgabe medizinischer Fachpersonen. In der Regel übersteigt die vermittelte Information das Erinnerungsvermögen von Patientinnen und Patienten bei weitem, es ignoriert die begrenzte Kapazität des Menschen, mehrere Argumente gleichzeitig zu erwägen, wenn Entscheidungen gefällt werden. Im Modul werden Möglichkeiten der Auswahl relevanter Informationen und bewährte Formen der Vermittlung von Informationen geübt. Die Teilnehmer/innen lernen, wie sie Studierende anleiten, Informationen in einer Patientinnen-/Patienten-gerechten Form zu vermitteln.

Kurs 2: Auf dem Weg in die berufliche Identität

Studierende lernen nicht nur, was die Inhalte medizinischer Tätigkeiten ausmacht, sie arbeiten implizit genauso an einer Antwort auf die Frage: "Wer bin ich als Ärztin oder Arzt?". Die Antwort wird spezifisch anders ausfallen als die Antwort auf die Frage: "Wer bist du als junge Frau/junger Mann" und verweist auf die Besonderheit der beruflichen Identität als einer von mehreren Fassungen sensu H. Schmitz, die Personen entwickeln, um sich in Anforderungssituationen orientieren zu können. Das Konzept der Fassung wird erläutert, Kritikpunkte angesprochen (z.B. Abgrenzung vom Begriff der Authentizität), Möglichkeiten, die Ausbildung einer professionellen Fassung zu fördern, werden erarbeitet und geübt.

Kurs 3: Feedback und Rollenspiel

Gerade bei der Vermittlung von Fertigkeiten sind "Trockenübungen" essentiell – Studierende engagieren sich in einer Als-Ob-Situation, in der sie verschiedene Rollen einnehmen und aus der Rolle heraus agieren. Rollenspiele haben oft einen schlechten Ruf als potentiell verletzend und beliebig; die Didaktik sinnvoller und respektvoller Rollenspiele wird zusammen mit der Kunst des Feedback-Gebens erläutert und geübt. Als oberstes Ziel gelungenen Feedbacks gilt: Der/die Empfänger/in hat Lust, seine/ihre Aufgabe noch einmal zu probieren und weiss, was er/sie dieses Mal anders machen wird.